2024 • Obere Donau und Schwäbische Alb – unterwegs mit meinem Enkel
Da wir im vergangenen Jahr die Tour abbrechen mussten und mein Enkel sich so sehr eine
Kanadierfahrt auf der Donau wünschte, beschlossen wir, die Reise noch einmal zu wiederholen.
Diesmal sollte es eine richtige mehrtägige Tour werden – nur wir beide.
Mit dem Zug fuhren wir nach Tuttlingen und radelten von dort das Donautal hinunter bis
Hausen. Dort übernachteten wir wieder im selben Gasthaus, an dem wir im Vorjahr abbrechen
mussten – ein schöner Moment des Wiederanknüpfens.
Am nächsten Tag ging es weiter bis Sigmaringen, wo wir eine Ferienwohnung bezogen und
insgesamt vier Tage blieben. In dieser Zeit unternahmen wir jeden Tag etwas anderes.
Tag 1 – Wanderung "Felsen-Reich" bei Inzigkofen
Wir wanderten den wildromantischen Felsen-Reich-Weg mit Höhlen, Hängebrücke und Grotten.
Tagsüber war es sonnig, doch am Abend überraschte uns ein schweres Gewitter – wir kamen klatschnass, aber
lachend, in der Ferienwohnung an.
Tag 2 – Schloss Sigmaringen
Ein verregneter Tag – perfekt für Kultur. Wir besichtigten das Hohenzollernschloss Sigmaringen.
Prunkvolle Säle, kunstvolle Möbel, die große Waffensammlung – und viele Geschichten hinter den Mauern.
Besonders mein Enkel war fasziniert davon, wie lebendig Geschichte werden kann.
Tag 3 – Die ersehnte Kanadierfahrt
Endlich war es so weit: Wir paddelten im Kanadier von Gutenstein nach
Sigmaringen. Durch den Regen am Vortag führte die Donau genug Wasser. Bei bestem Wetter
glitten wir über stille Wasserflächen, vorbei an Felswänden und durch sanfte Strömungen. Es war ein ruhiger,
intensiver Moment – nur wir zwei, das Wasser und die Natur.
Tag 4 – Heuneburg und Keltenmuseum
Mit dem Zug fuhren wir nach Riedlingen und radelten zurück Richtung Sigmaringen. Unser
erster Halt war das Freilichtmuseum Heuneburg, wo rekonstruierte Keltenhäuser einen
eindrucksvollen Einblick in das Leben der damaligen Zeit gaben. Danach besuchten wir das
Keltenmuseum Herbertingen, das die Geschichte der Heuneburg mit Funden und Modellen
vertieft. Anschließend ging es an der Donau entlang zurück nach Sigmaringen.
Am Abend bereiteten wir alles für die Weiterfahrt vor.
Am nächsten Tag verließen wir das Donautal und fuhren das Laucherttal hinauf, über
Gammertingen bis zum Campingplatz bei Erpfingen. Wir machten viele Pausen,
und meinem Enkel gefiel die Strecke sehr. Übernachtet haben wir in einem gemütlichen
Campingfass – mit Doppelbett und kleiner Sitzecke.
Am folgenden Tag besuchten wir die Nebelhöhle. Der Abstieg in die Tiefe war kühl, still und
geheimnisvoll. Die Tropfsteine, Hallen und jahrtausendealten Strukturen wirkten fast märchenhaft – ein
kleines Abenteuer unter der Erde.
Danach fuhren wir am Schloss Lichtenstein vorbei. Mein Enkel erzählte, dass er erst wenige
Wochen zuvor mit seinem Vater dort gewesen war – daher verzichteten wir auf eine Besichtigung.
Anschließend ging es über die steilste Bahntrasse Deutschlands hinunter: 10 % Gefälle
auf zwei Kilometern der ehemaligen Zahnradbahnstrecke – mit Blick auf den Albtrauf und das Schloss
Lichtenstein. Ein beeindruckender Abschnitt.
Weiter fuhren wir bis Reutlingen und nahmen dort den Zug nach Hause.
Eine wunderschöne, abwechslungsreiche Mehrtagestour – voller Erlebnisse, Natur, Geschichte und
gemeinsamer Zeit. Zwar hatten wir ein Gewitter, einen Regentag und einen weiteren halben Regentag, aber während der
Fahrradtouren und der Kanadierfahrt hatten wir bestes Wetter