2026 • Spätsommertour durch Pfälzerwald und Nordvogesen
Vorgeschichte
Es geht auf Ende September zu. Die Wettervorhersage verspricht für knapp eine Woche
noch einmal richtiges Sommerwetter mit Tagestemperaturen um 25 °C und mehr.
Am Donnerstagvormittag entschied ich spontan, am nächsten Tag zu einer mehrtägigen
Fahrradtour aufzubrechen. Also schnell noch grob im Internet recherchiert, ob genügend
günstige Übernachtungsmöglichkeiten frei sind, und entsprechend die Route geplant.
Noch am selben Tag alles zusammengepackt und das Fahrrad gecheckt.
Am Abend wollte ich zumindest die erste Übernachtung vorab buchen. Dabei stellte ich fest,
dass fast alles ausgebucht war, außer den ganz teuren Unterkünften. Offenbar hatten viele
die gleiche Idee wie ich, egal ob Fahrradfahrer, Wanderer, Motorradfahrer oder Autofahrer.
Scheint doch einige Rentner zu geben, die nicht vom Urlaub der Firma abhängig sind. 😉
Schließlich fand ich doch noch ein Zimmer für die erste Nacht. Dadurch musste ich allerdings
meine geplante Route etwas anpassen.
Tag 1
Mit dem Zug ging es zunächst von Stuttgart nach Karlsruhe. Der Zug war ziemlich überfüllt.
Von Karlsruhe ging es dann mit dem Fahrrad über Kandel nach Wissembourg in Frankreich.
Wissembourg ist eine schöne mittelalterliche Stadt mit vielen alten Fachwerkhäusern
und kleinen Gassen. Mitten durch die Altstadt fließt die Lauter, an deren Ufer einige
besonders schöne alte Häuser stehen. Sehenswert ist auch die große gotische
Stiftskirche St. Peter und Paul. Hier lohnt es sich, das Fahrrad mal kurz abzustellen
und ein wenig durch die Altstadt zu schlendern.
Weiter ging es durchs schöne Wieslautertal zurück nach Deutschland in Richtung Bundenthal.
Der Radweg verläuft hier größtenteils entlang der Wieslauter durch eine ruhige,
waldreiche Landschaft. Fast unbemerkt überquert man dabei wieder die Grenze von
Frankreich nach Deutschland.
Beim Bundenthal verließ ich das Tal nach links und fuhr über einen „kleinen Pass“ ohne Namen.
Im Saarbachtal, in der Nähe von Fischbach, erreichte ich schließlich meine erste
Übernachtungsstation.
Tag 2
Am Vormittag machte ich zunächst einen Abstecher zurück nach Frankreich zur Burg Fleckenstein
(Château Fort de Fleckenstein). Die mittelalterliche Burg sitzt eindrucksvoll auf einem
großen Sandsteinfelsen. Besonders sehenswert sind die direkt in den Felsen gehauenen
Gänge und Treppen. Schon erstaunlich, was die Menschen damals mit den zur Verfügung
stehenden Mitteln gebaut haben.
Für diesen Abstecher hatte ich den größten Teil meines Gepäcks
im Hotel gelassen, da ich auf dem Rückweg sowieso wieder dort vorbeikam.
Nach der Abholung des Gepäcks ging es zunächst auf demselben Weg zurück bis Bundenthal.
Von dort führte die Tour durchs Dahner Felsenland mit seinen markanten roten und gelben
Buntsandsteinfelsen. Immer wieder ragen hier bizarre Felsformationen aus den Wäldern
des Pfälzerwaldes heraus und machen die Landschaft besonders abwechslungsreich.
Eine wirklich schöne Gegend zum Fahrradfahren.
Weiter ging es über Hinterweidenthal, wo sich mit dem Teufelstisch eine der
bekanntesten Felsformationen des Pfälzerwaldes befindet. Anschließend ging es
das romantische Waschtal hinauf.
In einem See im Waschtal leben handzahme Nutrias. Zwei davon kamen sogar zu mir
und beschnupperten meine Füße.
Weiter ging es über Münchweiler an der Rodalb zu meinem Hotel. Das liegt auf einem
autohofähnlichen Gelände direkt an einer vierspurigen Bundesstraße. Umso überraschender
war das Zimmer: sehr gut, groß und sauber! Und das zu einem günstigen Preis.
Tag 3
Die Tour führte zunächst über Rodalben. Danach folgten ein paar Kilometer auf einer teilweise
nicht ganz so schönen Strecke bis Waldfischbach-Burgalben.
Ab dort ging es etwa fünf Kilometer stetig bergauf auf die Anhöhen des Pfälzerwaldes.
Oben angekommen wurde es deutlich entspannter. Die Strecke führte nun weitgehend auf
der Höhe durch den Pfälzerwald bis nach Johanneskreuz. Umgeben von viel Wald und
abseits des Verkehrs war das nach dem längeren Anstieg ein besonders schöner
Abschnitt der Tour.
In Johanneskreuz legte ich an einem Hotel eine kurze Rast ein. Scheint ein beliebter Biker-Treff zu sein,
denn dort waren jede Menge Motorradfahrer unterwegs.
Von Johanneskreuz ging es anschließend steil hinunter ins Schwarzbachtal zu meiner
Gasthaus-Pension.
Der Preis dort war unschlagbar: 45 € inklusive reichhaltigem Frühstück.
Dazu gab es ein tolles warmes vegetarisches Abendessen für insgesamt 14 €.
Das Gasthaus scheint irgendwann in den 1970er-Jahren stehen geblieben zu sein.
Die Zimmer entsprechend auch. Mein Zimmer hatte nur ein Waschbecken, Dusche und Toilette
waren auf dem Gang. Da ich offenbar der einzige Gast war (!?), war mir das aber ziemlich egal.
Und gut geschlafen habe ich auch. Was will man mehr?
Tag 4
Ursprünglich wollte ich an der Weinstraße hinter Neustadt übernachten und von dort am
nächsten Tag nach Karlsruhe weiterfahren. Wegen der wenigen verfügbaren und meist recht
teuren Übernachtungsmöglichkeiten entschied ich mich jedoch, die Tour bereits in
Schifferstadt zu beenden und von dort mit dem Zug nach Hause zu fahren.
Also ging es vom Schwarzbachtal immer das schöne Tal hinunter über Elmstein
und anschließend durchs Speyerbachtal bis nach Neustadt. Nach den vielen Kilometern
durch den Pfälzerwald änderte sich dort die Landschaft deutlich.
Von Neustadt ging es hinaus in die flache Rheinebene. Und nicht nur die Landschaft
änderte sich: Inzwischen waren es satte 32 °C!
In Schifferstadt stieg ich schließlich in den Zug. Mit Umstieg in Karlsruhe ging es weiter
Richtung Stuttgart. Der Zug war wieder einmal völlig überfüllt. Es war so eng, dass einige
Fahrgäste draußen bleiben mussten.
In Stuttgart hätte ich zwar mit der Stadtbahn nach Degerloch fahren können, aber ich war
noch so fit, dass ich die rund 200 Höhenmeter lieber mit dem Fahrrad hochfuhr.
Wenn schon Fahrradtour, dann richtig. 😉
Fazit
Wie so oft hatte ich wieder einmal tolles, sonniges Wetter. Die Tour war sehr schön,
abwechslungsreich und ich habe unterwegs einige interessante und nette Leute getroffen.
Und das Ganze ohne eine einzige Panne! Meine letzte Fahrradpanne liegt inzwischen über
zehn Jahre zurück. Hoffentlich bleibt das noch lange so.
Ich freue mich schon auf die nächste Tour. Die wird allerdings erst nächstes Jahr stattfinden.